Die richtige Diagnose bei vestibulären Erkrankungen

Die Jahresprävalenz von vestibulärem Schwindel unter Erwachsenen in Deutschland beträgt 5% und ist somit eine häufig vorkommende Erkrankung (Link zur Studie). Es wäre demnach zu erwarten, dass die Diagnose einer vestibulären Erkrankung häufig gestellt werden würde. Jedoch ist genau das Gegenteil der Fall.

Dies hat mehrere Gründe: Orthopäden sind oft zu voreilig mit der Diagnose „zervikogener Schwindel“, ebenso Zahnärzte, die den Schwindel voreilig auf eine Kiefergelenksstörung zurückführen. Hinzu kommen leider „kreative“ Diagnosen von Heilpraktikern oder Osteopathen. Der vestibuläre Schwindel wird dem Fachgebiet der Neurologie und HNO zugeordnet, wobei auch hier gilt: Wer sich diesbezüglich nicht fortgebildet/spezialisiert hat, wird nicht die neuesten, diagnostischen Untersuchungsmethoden kennen und sich mit der richtigen Diagnose schwertun. Daher können wir nur allen Personen mit Schwindel empfehlen, sich unbedingt in einer Schwindelambulanz vorzustellen!

Nun das zweite Problem: Wie man auf der Karte sieht, gibt es in Deutschland leider sehr wenige Experten. Hierdurch entstehen nicht nur lange Fahrtzeiten, sondern auch Wartezeiten von 3-12 Monaten. Auch wenn die folgende Aussage auf keinen wissenschaftlichen Befunden beruht, sind wir uns sicher, dass das lange Warten auf die richtige Diagnose mit Sicherheit eine Chronifizerung begünstigt.

Nun zu den hier aufgeführten Schwindelambulanzen: Wir betonen ausdrücklich, dass wir keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben und auch Schwindelambulanzen, die nicht aufgelistet sind, nicht benachteiligen wollen. Im Gegenteil: Einige Schwindelambulanzen sind nicht aufgelistet, da sie nicht auf die Kontaktaufnahme reagiert haben oder aufgrund ausgeschöpfter Kapazitäten eine Auflistung abgelehnt haben. In den nächsten Monaten versuchen wir, die Liste zu erweitern, denn die hier aufgeführten Schwindelambulanzen können nicht die Versorgung aller Patienten gewährleisten.

Ein Tipp: Es ist zu erkennen, dass der „Süden“ im Vergleich zum „Norden“ besser versorgt ist. So können wir nur den „Norddeutschen“ empfehlen, eine der Kliniken im Süden aufzusuchen und die Untersuchung mit einem Wochenendsaufenthalt zu kombinieren. Wer auf unserer Karte keinen nahegelegen Experten finden konnte, der wird eventuell auf der Liste der Morbus Menière Vereinigung, KIMM e.V., fündig.