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Ausbildung zum Vestibular-Therapeuten: Modul I

  • Eine Störung des Vestibularorgans ist mit Abstand die häufigste Ursache für den Schwindel. Die Auswertungen mehrerer Kliniken zeigen, dass eine vestibuläre Störung in 50% der Fälle das Leitsymptom „Schwindel“ verursachte. Der vestibuläre Schwindel hat unter Erwachsenen eine Jahresprävalenz von 5% in Deutschland und tritt somit sehr häufig auf. Allerdings werden die meisten Fälle werden nicht richtig diagnostiziert oder behandelt. Deutlich wird dies am Beispiel des gutartigen, paroxysmalen Lagerungsschwindels: Lediglich 8% der Patienten erhielten die richtige Behandlung. Auch während der therapeutischen Ausbildungen wird kaum etwas über die Behandlung des vestibulären Systems gelehrt. Daher kommt man schnell zu dem Schluss: Es ist höchste Zeit sich diesbezüglich fortzubilden! Vor allem gilt dies, da die vestibuläre Rehabilitationstherapie den Schwindel sehr effektiv behandeln kann.
  • Das Symptom „Schwindel“ sollte ebenfalls nicht als geriatrisches Syndrom abgestempelt werden. Vom vestibulären Schwindel sind alle Altersgruppen betroffen und die Inhalte der Fortbildung sind für alle Kollegen eine wichtige Erweiterung für das therapeutische Repertoire. Zum Beispiel kommt es oft vor, dass Sportler nach einer Kopfverletzung unter vestibulären Symptomen leiden. Auch für Kollegen, die sich auf die Halswirbelsäule oder das Kiefergelenk spezialisiert haben, und demnach dem Symptom „Schwindel“ täglich begegnen, ist die Differenzierung des Schwindels äußerst essenziell. Des Weiteren liegt es auf der Hand, dass auch die spezifische Therapie des Gleichgewichtsorgans im Bereich der Sturzprophylaxe eine sehr wichtige Rolle spielt. Kurzum: Die Ausbildung zum Schwindel- und Vestibular-Therapeuten ist eine Weiterbildung, die sich für jeden lohnt und wovon jeder profitiert!

Kursinhalt

Theorie

  • Relevante Anatomie und Physiologie
  • Pathologie: Akustikusneurinom, Neuropathia Vestibularis, Morbus Menière, idiopathische Vestibulopathie und gutartiger, paroxysmaler Lagerungsschwindel
  • Ärztliche Untersuchungen kennen, verstehen und interpretieren
  • Relevante Pharmakologie

Praxis

  • Untersuchung des Vestibularorgans: Diagnostische Tests bzw. Testbatterie mit hoher Zuverlässigkeit, um eine vestibuläre Schwäche/Störung festzustellen
  • Übungen im Rahmen der vestibulären Rehabilitationstherapie: Die evidenzbasierte und effektive Therapie bei vestibulärem Schwindel
  • Diagnose und Behandlung des benignen, paroxysmalen Lagerungsschwindels: Zuverlässige Lagerungsproben und evidenzbasierte Befreiungsmanöver
  • Assessments: Dizziness Handicap Inventory, Berg Balance Skala und Functional Gait Assessment
  • Schwindel bei HWS-Syndrom? Einfache Tests zur Differenzierung und das propriozeptive HWS-Training

Ausbildung zum Vestibular-Therapeuten: Modul II

  • Durch die Teilnahme an Modul II werden sie zum zertifizierten „Vestibular- und Schwindel-Therapeuten“ und können sich im interdisziplinären Rahmen profilieren. Hierfür ist neben der vertieften Kenntnis über vestibuläre Ursachen, auch die Kenntnis über nicht-vestibuläre Ursachen wichtig. Im diagnostischen Teil stehen daher die nicht-vestibulären Ursachen im Fokus. Des Weiteren werden therapeutische Ansätze für die Behandlung nicht-vestibuläre Ursachen, wie z.B. den orthostatischen Schwindel, vorgestellt.
  • Im Kursteil „Behandlung“ stehen komplexe, vestibuläre Erkrankungen wie z.B. die vestibuläre Migräne, der posttraumatische Schwindel und der somatoforme bzw. funktionelle Schwindel im Fokus. Außerdem werden Fragen geklärt wie: Meine Patientin hat nur im Liegen Schwindel, aber die Lagerungsproben für alle Bogengänge waren negativ, was könnte sie noch haben? Oder: In der Anamnese deutet alles auf eine vestibuläre Ursache hin, aber meine Tests sind alle negativ. Handelt es sich um den somatoformen Schwindel und wie kann ich diesen Schwindel behandeln?
  • Auch wenn Modul I für die Behandlung von einfachen Fällen genügt, ist doch die Teilnahme an Modul II notwendig, um auch komplexere Fälle lösen zu können. Auch bietet der „Demo-Patient“ in Modul II, der gemeinsam untersucht und behandelt wird, eine Chance, um sein Wissen zu erweitern.
  • Durch die Kenntnisprüfung am Ende von Modul II können sie sich zum „Schwindel- und Vestibular-Therapeuten“ zertifizieren lassen. Bei erfolgreicher Teilnahme werden sie in das Therapeutenverzeichnis des IVRT aufgenommen. Das Therapeutenverzeichnis des IVRT wird intensiv durch Betroffene genutzt und hat schon viele Patienten erfolgreich vermittelt. Die Kenntnisprüfung ist nur für das Zertifikat und die Therapeutenliste notwendig, d.h. sie können auch an dem Kurs teilnehmen ohne eine Prüfung abzulegen.

Kursinhalt:

Theorie

  • Pathologie nicht-vestibulärer Ursachen: Nebenwirkungen von Medikamenten, kardiovaskuläre Ursachen, psychogene Ursachen und metabolische/internistische Ursachen
  • Pathologie: Vestibuläre Migräne, posttraumatischer Schwindel und somatoformer/funktioneller Schwindel
  • Vestibuläre Rehabilitationstherapie in der Pädiatrie

Praxis

  • Therapeutische Befunderhebung und Behandlung bei nicht-vestibulären Erkrankungen
  • Weitere Tests/Assessments für u.a. den posttraumatischen Schwindel und den visuellen Schwindel
  • Alternative vestibuläre Rehabilitation: Behandlung der vestibulären Migräne, des posttraumatischen Schwindels und des funktionellen Schwindels
  • Gemeinsame Befunderhebung und Behandlung eines „Demo-Patienten“

Die Prüfung

  • Um die Kenntnisse und Kompetenzen unsere IVRT-zertifizierten Teilnehmer zu gewährleisten und um Ärzten und Betroffenen kompetente Therapeuten zu versprechen, halten wir eine Prüfung im Anschluss des Aufbaukurses für notwendig.
  • Die Fortbildung, das Skript und die Referenten werden Sie optimal auf die Prüfung vorbereiten und folglich ist bei einer aktiven und engagierten Teilnahme eine hohe Erfolgsrate zu erwarten. Die Prüfung besteht aus einer schriftlichen und einer praktischen Prüfung.
  • Die schriftliche Kenntnisprüfung besteht aus 20 Multiple-Choice-Fragen. Im praktischen Teil wird der Teilnehmer gebeten, zwei praktische Kompetenzen zu demonstrieren. Bitte laden Sie die PDF-Datei mit den Übungsfragen herrunter, um sich eine besseres Bild von der Prüfung zu machen. In der Datei werden Beispiel-Fragen zur schriftlichen und praktischen Prüfung wiedergegeben.
  • Zusammengefasst können wir Betroffenen und Ärzten versprechen, dass unsere Teilnehmer eine anspruchsvolle Weiterbildung bestehend aus 36 Unterrichtseinheiten Lehre und Training absolviert und an einer schriftlichen sowie praktischen Prüfung erfolgreich teilgenommen haben.
  • Kontaktieren Sie bitte das IVRT bei weiteren Fragen zur Prüfung.